Der Verein Little Brother e.V. ist eine Initiative für die kritische Auseinandersetzung mit Privatsphäre innerhalb digitaler Kommunikationsformen und möchte die Frage, wie viel Autonomie einer Gesellschaft innerhalb der Rechnerallgegenwart bleibt, begleiten. Innerhalb der Vereinstätigkeit ist es den Mitgliedern und Nutzer*innen innerhalb des Vereins möglich sich künstlerisch, politisch und sozial in Bezug auf diese Themen in verschiedenen Kontexten wie Soli-Veranstaltungen, Ausstellungen, Workshops und Messen zu engagieren. Im Bereich Kunst und Kultur veranstaltet der Verein Ausstellungen und verschiedene Kulturveranstaltungen in Leipzig und darüber hinaus.

Selbstverständnis

Der Verein Little Brother e.V. steht unmissverständlich für eine offene und tolerante Welt ein. Wir sind für eine plurale Gesellschaft; für eine Welt, in der allen Menschen die gleichen Chancen gegeben sind, egal welcher Herkunft, welchen Glaubens, Geschlechts und Alters. Wir sind für eine Welt ohne Rassismus und Sexismus, für eine Welt, in der Rücksicht und Bewusstsein allgemeine Güter sind, für eine Welt in der die eigene und die Freiheit des Anderen immer mitgedacht wird. Wir haben keinen Bock auf Nazis.

Ein Denkmal für Privatsphäre

Das Projekt „Little Brother“ ist ursprünglich mit dem Gedanken gegründet worden einen 100% analogen Schutzraum vor potenziellen Abhörmaßnahmen als skulpturale Installation in den öffentlichen Raum zu stellen. Mit diesem Kunstwerk sollte die Wandlung zu einer Post-Privacy-Gesellschaft, also den Verlust der Privatsphäre durch die Digitalisierung und anderen Überwachungs- oder Auswertungsmaßnahmen, seitens staatlicher und wirtschaftlicher Akteur*innen, kommentiert werden und diesen Schritt gleichermaßen als Denkmal kritisch reflektieren. Die Realisierung der mobilen Installation erwies sich jedoch als zu kosten- und aufwandsintensiv und bleibt vorerst offen.

Roland Barthes definiert die Privatsphäre als „jene Sphäre von Raum, von Zeit, wo ich kein Bild, kein Objekt bin“

Fragen: Wie funktionieren Google Glass, Überwachungskameras und Künstliche Intelligenz? Welche Rahmenbedingungen muss die Politik für diese neuen Anforderungen schaffen? Welche Möglichkeiten werden dem Individuum bleiben auf die kulturellen Folgen der technologischen Entwicklung Einfluss zu nehmen? Wird durch predictive policing politisches Aufbegehren per se durch Machtstrukturen unterbunden?

Little Brother als der Puer Robustus der Digitalisierung und Überwachung.

Partnerprojekte: